Stuart

“Der Wein hat mich entdeckt” als ich 1981 mit Nullwissen im Restaurant der Londoner Tate Gallery als Kellner jobbte. Meine Reise durch die weite Welt des Weins nimmt hier ihren Anfang ebenso wie meine Karriere als Weinjournalist und – autor, die sich langsam entwickelt. Neben dem Malerei- und Kulturwissenschaftstudium in London beginne ich mit Weinjournalismus, 1984 erscheint meiner erster Artikel und die deutschen Weine werden schnell zu meinem Lieblingsthema.

Ende 1993 ziehe ich mit meiner Frau, der Foodjournalistin Ursula Heinzelmann, nach Berlin, bin ab jetzt Exil-Brite aus Überzeugung. April 1995 schlug ich die amerikanische Zeitschrift “Wine Spectator” auf und lernte vom Tod meines New Yorker Freundes Louis Broman an AIDS. Louis hatte sich nicht getraut seinen Freunden von seiner Krankheit zu erzählen. Aus Angst seinen Job als Chef der spanischen Weinwerbung in den USA zu verlieren. Ich bin betroffen  und sprachlos.

Louis Tod und AIDS beschäftigen mich weiterhin – was tun? Müssen Weinveranstaltungen auf hohem Niveau edel und steif sein? 1997 findet die “ Erste Lange Nacht des deutschen Weins”  in Berlin statt, eine witzige, genussvolle, unkonventionelle Weinverkostung an einem ungewöhnlichen Ort. Die Erlöse gehen als Spende an die Deutsche AIDS-Stiftung.

Mein erstes deutschsprachiges Weinbuch 1994 löst eine heftige Kontroverse aus, weitere Bücher und Kontroversen folgen”. Inspiriert von den amerikanischen Journalisten Hunter S. Thompson und Tom Wolfe entwickle ich eine revolutionäre neue Art von Weinjournalismus, einen „Gonzo-Weinjournalismus“. Sie ist vor allem in meiner Trilogie zum Thema Wein und Globalisierung, “Schöne neue Weinwelt” (Argon, 2003), “Wilder Wein” (Scherz, 2006) und “Wein weit weg” (Scherz, 2009) zu finden. Jedes Jahr findet die Lange Nacht des deutschen Weins statt, die immer mehr Freunde findet. Menschen, die die lockere Atmosphäre und die großartigen Weine genießen, viel Vergnügen haben und großzügig für einen guten Zweck spenden. Das macht jedes mal einen Riesenspaß.

Seit es Wein hilft gibt, mache ich nicht nur jedes Jahr die Lange Nacht. Dank dem großen Organisationstalent und der Beharrlichkeit von Pauline Schneider gibt es inzwischen eine Vielzahl von Wein hilft. Veranstaltungen, die immer mehr Spenden bringen. Aber das wichtigste bleibt, dass sie mir alle große Freude bereiten – ebenso wie den Gästen, Unterstützern und Partnern.